Porträt

Sonderveröffentlichung

Kundenerlebnisse inszenieren

Die Storetour der VDG-Wintertagung führte die Teilnehmer in Betriebe rund um Berlin. Erfolg mit Emotion und Lifestyle.

Von Claudia Kordes

Ergebnis braucht Erlebnis – Erfolg ist immer eine Folgeerscheinung!“ – unter dem Motto der diesjährigen Wintertagung des Verbandes Deutscher Gartencenter in Berlin besuchten die Teilnehmer auch das Gartencenter Holland in Panketal, Karls Erdbeerhof in Elstal sowie das Rosengut Langerwisch in Michendorf. Die Betriebe zeigten mit unterschiedlichen Ansätzen wie sich das Kundenerlebnis inszenieren lässt – mit Emotionen, wechselnden Erlebnissen und Lifestyle-Warenpräsentationen.

Erlebnis-Gartencenter Holland Park ab 2021

Der erste Stopp war das Gartencenter Holland in Panketal, das auch zwei weitere Filialen in Berlin hat. Inhaber Theo Roelofs und sein Team eröffnen voraussichtlich im Frühjahr 2021 mit dem Holland Park am Standort Panketal ein Erlebnis-Gartencenter mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro.

„Mit dem Holland Park bauen wir ein Erlebnis-Gartencenter, das die holländische Gartenkultur und Lebensart nach Berlin bringen wird. Mit dem neuen Angebot bieten wir das Beste aus Holland und aus der Region. Wir sind von dem Konzept mehr als überzeugt und rechnen mit rund 400.000 Besuchern im Eröffnungsjahr“, erklärt Roelofs sein Großprojekt, mit dem er 80 neue Arbeitsplätze schafft und in der Hochsaison weitere 50 Mitarbeiter beschäftigen wird.


„Mit dem Holland Park bauen wir ein Erlebnis-Gartencenter, das die holländische Gartenkultur nach Berlin bringen wird.“

Theo Roelofs, Inhaber Gartencenter Holland


Zielgruppe des Holland Park sind durch die größtenteils kostenlosen Erlebnis- und Spielbereiche vor allem Gartenbesitzer und Gartenfreunde sowie Familien mit Kindern und Senioren. Das Sortiment des Gartenfachmarktes umfasst typische Waren von Pflanzen über Gartengeräte bis hin zu Geschenkartikeln auf einer Fläche von etwa 8.500 Quadratmetern. Im Bereich des Bauernmarktes werden auf 800 Quadratmetern typische regionale und niederländische Produkte verkauft und teilweise durch Schauproduktion hergestellt. Außerdem sind ein großzügiger, parkähnlicher Außenbereich, In- und Outdoor-Spielmöglichkeiten für Kinder und gastronomische Angebote geplant.

Eröffnet voraussichtlich im Frühjahr 2021: Das Erlebnis-Gartencenter Holland Park bei Berlin.
Eröffnet voraussichtlich im Frühjahr 2021: Das Erlebnis-Gartencenter Holland Park bei Berlin.

Im Mittelpunkt des Freizeitmarktes mit nach typisch holländischer Architektur gestalteter Gebäudekulisse soll eine original holländische Windmühle die Aufmerksamkeit auf den Erlebnishof lenken. So wie die 150 Jahre alte Windmühle, die als Wahrzeichen dient und für die Schauproduktion genutzt wird, wird auch der Innenbereich wie ein holländisches Viertel vor 150 Jahren gestaltet.

„Durch die jahrzehntelange Präsenz am Standort Berlin haben wir das Vertrauen der Kunden in unsere Fachkompetenz als Gartencenter und gewinnen mit der Neueröffnung weitere Kunden hinzu. Der Holland Park ist von seinem Konzept her einzigartig in Europa, sodass wir in Zukunft auch viele Tagestouristen erwarten, die ein bis zwei Stunden Anfahrt in Kauf nehmen.

Damit sich der Besuch für den Kunden lohnt, spielen wir die Holland-Karte voll aus und bieten ihm im Gartencenterbereich ein etwas weniger tiefes, aber breites Sortiment und darüber hinaus einen 55.000 Quadratmeter großen Erlebnis- und Spielbereich sowie ein Gastronomieangebot mit deutscher Küche und typischen holländischen Spezialitäten auf insgesamt 5.000 Quadratmetern“, erklärt Roelofs, der seinen Kunden auch ganzjährig ein saisonales Eventangebot offerieren will.

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„Der Eintritt ist frei und die Kunden und ihre Familien können hier bis zu einen ganzen Tag verbringen. So wird im Frühling das vom Keukenhof inspirierte Thema Blumen dominieren, während im Sommer verschiedene Outdoor- und Freizeitangebote stattfinden. Im Winter spielen wir dann das Thema holländische Weihnachten voll aus, das dem Besucher nicht nur eine Eislauffläche bei der Mühle und eine große Miniaturwelt bietet, sondern auch alle gängigen Klischees bedient.“

Karls Erdbeerhof: Ein Konzept mit Erfolg

Karls Erdbeerhof in Elstal ist bereits eröffnet. Das Konzept ist so erfolgreich, dass es inzwischen fünf weitere Erlebnishöfe an der Ostseeküste und in Rövershagen bei Rostock sogar ein Erdbeerhotel gibt. In den Erlebnisdörfern ist 365 Tage im Jahr Saison. Alle zeichnen sich aus durch einen Hofladen in XXL, Spiel- und Erlebnisangebote, Schauproduktion und ein von der Landküche inspiriertes Gastronomieangebot.


„Wir glauben an unser spezielles Konzept und orientieren uns am Markt für familienfreundlichen Urlaub.“

Robert Dahl, Inhaber Karls Erdbeerhof


Julia Klöckner mit Martina Mensing-Meckelburg. Foto: VDG
Julia Klöckner mit Martina Mensing-Meckelburg. 
Foto: VDG

Zur VDG-Tagung




Über 300 Teilnehmer besuchten die 59. Fachtagung des VDG in Berlin. Die erneut im Amt bestätigte Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg führte durch die Tagung, der auch BMEL-Chefin Julia Klöckner kurz beiwohnte. Im Programmverlauf begrüßte Mensing-Meckelburg alle neuen Mitglieder und zeigte die vielfältigen Aktivitäten und Leistungen des Verbandes auf. Mit Sonderpreisen wurden verschiedene Fachgartencenter ausgezeichnet. Ein interessantes Vortrags- und Ausflugsprogramm rundete die gelungene Tagung ab, die bei sehr guter Stimmung auch eine hervorragende Plattform zum Netzwerken bot.


Die Karls-Kulisse lässt das Landleben auf einem Gutshof in der „guten, alten Zeit“ aufleben. Bei freiem Eintritt werden Attraktionen und Aktivitäten offeriert, die zum Großteil kostenpflichtig sind, wie Fahrgeschäfte für Kinder oder die Eiswelten in den Wintermonaten. Über allem als Motto: die Erdbeere. Es gibt Selbstgemachtes wie vor den Augen der Kunden zubereitete Erdbeermarmelade, Erdbeereis und Erdbeerbonbons. Auch viele Non-Food-Artikel im „Erdbeer-Look“ fügen sich ins Gesamtkonzept ein.

Karls Erdbeerhöfe machen die angebotenen Produkte erlebbar.
Karls Erdbeerhöfe machen die angebotenen Produkte erlebbar.
Spontankäufe sind leicht generiert.
Spontankäufe sind leicht generiert.

Inhaber und Obstbauer Robert Dahl startete 1992 in Rövershagen mit zehn Hektar Land und besitzt inzwischen etwa 330 Hektar. Die Erdbeere gehört seit drei Generationen zur Identität seiner Familie und wurde bereits von seinem Großvater angebaut. Dahl experimentiert mit seinen Erlebnisdörfern, die inzwischen wie Freizeitparks anmuten und im Jahr mehrere Millionen Besucher begrüßen.

So soll am Standort Elstal bei Berlin ab 2019 ein Ferienresort mit einer Investitionssumme von über 100 Millionen Euro entstehen. Auf dem riesigen Areal sind acht unterschiedliche Themengebiete mit unterschiedlichen Ferienhaustypen geplant. Nach Angabe von Robert Dahl wird es 2.000 Betten für Urlauber geben. „Wir glauben an unser spezielles Konzept und orientieren uns am Markt für familienfreundlichen Urlaub“, bringt Dahl es in der „Berliner Morgenpost“ auf den Punkt: Ein einzigartiges Konzept schaffen und authentisch und mit dem Erlebnisfaktor umsetzen.

Rosengut Langerwisch: Wohlfühl-Rundumpaket

Eine einzigartige Identität lebt auch das Rosengut Langerwisch. Im Süden von Berlin und Potsdam gelegen, ist das Rosengut längst mehr als ein Geheimtipp für Gartenliebhaber. Auf mehr als 18.000 Quadratmetern Gewächshausund 25.000 Quadratmetern Freilandfläche wachsen jährlich gleich mehrere Millionen Balkon- und Gartenpflanzen, 70.000 Rosen sowie hunderte Stauden heran. Diese können direkt auf der Anbaufläche oder in den Gewächshäusern ausgesucht werden. Ergänzt wird das Sortiment im zugehörigen Gartencenter durch Zimmerpflanzen, Gefäße, Dünger, Erden, Seidenblumen, Geschenk- und Dekorationsartikel, Gartengeräte, Saatgut, Blumenzwiebeln, saisonale Floristik und Feinkost aus der Region. Beratung durch Fachpersonal ist ebenso selbstverständlich wie die Services Lieferdienst und Kübelpflanzenüberwinterung.


„Der Kunde will unterhalten werden, aber das Fachliche wird angenommen – und das ist das Ausschlaggebende.“

Holm Wiesner, Gärtnermeister Rosengut Langerwisch


Ob für den Pflanzeneinkauf oder für besondere Veranstaltungen – wie die „Tage der offenen Gärtnerei“ oder die „Ladies Night“ – das Rosengut Langerwisch ist immer einen Besuch wert. So lautet das Motto der diesjährigen Orchideenschau „Mit den Orchideen um die Welt“. Über 3.000 Orchideen in etwa 200 Sorten und Arten können interessierte Besucher in der 1.000 Quadratmeter großen tropischen Pflanzenwelt des Rosenguts bewundern. Orchideen sind nicht nur in den tropischen Regenwäldern beheimatet, sie haben mit Ausnahme der Antarktis jeden Kontinent der Erde erobert. So entführt die thematische Reise die Besucher der Schau dieses Jahr nach Thailand. Neben der umfangreichen Ausstellung wird an den Wochenenden auch eine Schlangenfrau die Besucher unterhalten. Ein Gratis-Seminar zur Orchideenpflege sowie ein kostenloser Umtopf-Service durch Fachleute von bis zu drei Orchideen runden das Angebot ab.

Orchideenschau des Rosenguts.
Orchideenschau des Rosenguts.
Das Rosengut Langerwisch setzt auf Events. Foto: Rosengut Langerwisch
Das Rosengut Langerwisch setzt auf Events. 
Foto: Rosengut Langerwisch

„Die Leute kommen am Wochenende auch aus bis zu 100 Kilometern Entfernung zu unseren Sonderschauen“, erklärt Rosengut-Gärtnermeister Holm Wießner. „Das Highlight ist natürlich die Rosenschau, weil es über eine größere Entfernung kaum etwas Vergleichbares gibt. Der Kunde sieht unsere Rosen und Pflanzen aus eigener Produktion, was die Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit verstärkt sowie das Vertrauen des Kunden stärkt, da wir unser Fachwissen auch bei Führungen durch die Gärtnerei zeigen. Auch bei den Events und Workshops geben wir unsere Kenntnisse weiter. Natürlich ist der Aufwand nicht unerheblich, aber der Kunde honoriert diesen. Denn die positive Resonanz und die gute Beratung, die den Kunden auch im eigenen Garten erfolgreich sein lässt, erhöht natürlich auch die Kundenbindung.

Der Kunde will unterhalten werden, aber das Fachliche wird angenommen – und das ist das Ausschlaggebende.“


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