Lebendes Grün

Sonderveröffentlichung

Mit Mehrwert: Neue Konzepte für den POS

Ein Blick auf spannende Neuheiten für die Saison: Aktuelle Gartentrends mit klugem Marketing zu verbinden wird bei Gehölzen immer wichtiger.

Wildobst ist vielseitig in Verwendung: Aronia melanocarpa ‘Hugin’. Foto: Kordes Jungpflanzen
Wildobst ist vielseitig in Verwendung: Aronia melanocarpa ‘Hugin’. Foto: Kordes Jungpflanzen
‘Miss Ruby’: Kompakt, duftend und eine der besten rotblühenden Buddleja. Foto: Spring Meadow Nursery
‘Miss Ruby’: Kompakt, duftend und eine der besten rotblühenden Buddleja. Foto: Spring Meadow Nursery

Von Claudia Kordes

Wenn die IPM-Stimmung als Signal für das kommende Gartenbaujahr gewertet wird, steht der grünen Branche eine gute Saison bevor. Pflanzen werden bei sich erholenden Preisen knapp, vor allem Neuheiten und Trendgehölze seien schnell ausverkauft, hieß es auf der Messe.

Aktuelle Gartentrends aufzugreifen und mit klugen Marketingkonzepten am POS zu verbinden wird immer wichtiger. Zahlreiche Baumschulbetriebe haben sich darauf eingestellt und rücken Sortiment und passende Verkaufskonzepte immer stärker zusammen. Gerade die enge Verbindung von Produkten mit guten Ideen machen den eigentlichen Erfolg aus. Nur wer seine Produkte so bewirbt, dass er die Zielgruppe abholt, kann sich langfristig vom Wettbewerb absetzen.


„Hier gilt es, einfach mal auf die Expertise und das Know-how der Produzenten zu vertrauen, entsprechende Themenwelten zu inszenieren, den Kunden aber auch mit den passenden Services abzuholen.“

Claudia Kordes, Diplom-Journalistin


Neuheiten und spannende Sortimente aus den USA

Proven Winners – the #1 Plant Brand ist das erfolgreiche Konzept aus den USA, das ausschließlich Pflanzen vermarktet, die für den Produzenten einfach in der Kultur sind, sich attraktiv am POS präsentieren und beim Endverbraucher funktionieren.

Das Sortiment umfasst zahlreiche Gehölze, die sich auch für kleine Gärten sowie Pflanzgefäße eignen und einen Mehrwert schaffen: für den Produzenten durch die schnelle Kultur von Qualitäts-Fertigware sowie für den Kunden durch attraktive und pflegeleichte Sorten. Das Sortiment wird ständig um neue und attraktive Gehölze erweitert. Aktuell in diesem Jahr sind Abelia ‘Pinky Bells’, Buddleja ‘Miss Pearl’ und ‘Miss Violet’, Chaenomeles spec. ‘Mango Storm’ sowie Physocarpus opulifolius ‘Tiny Wine Gold’ hinzugekommen. Auch die US-Marke „First Editions“ bietet dem Handel ständig Neuheiten, wie zum Beispiel mit der kompakten Physocarpus ‘Little Devil’ und Physocarpus ‘Amber Jubilee’ die erste buntblättrige Fasanenspiere.

Beide Brands unterstützen den Absatz mit Printmaterial, POS-Materialien, Etiketten und Dekor- Topf. Gute Neuheiten und spannende Sortimente lassen sich am POS gut präsentieren und verkaufen. Zwar sind Lizenzsorten zunächst teurer, schaffen durch Qualität und Marketing jedoch Vertrauen und einen Mehrwert über die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endkunden.

Lebende Insektenhäuser und Bienenweiden

Mit schwachwüchsigen Sorten von zum Beispiel Caryopteris, Deutzia, Philadelphus, Weigela und Kolkwitzia (Landgefühl) lässt sich nicht nur das Thema Duft- und Terrassengarten gut besetzen, sondern auch das Thema „Bienenfreundlich“ auf der Fläche spielen.

Caryopteris clandonensis ‘Blauer Spatz’: nur 70 cm hoch. Foto: Dr. Helmut Pirc
Caryopteris clandonensis ‘Blauer Spatz’: nur 70 cm hoch. Foto: Dr. Helmut Pirc
Perovskia atriplicifolia ‘Blue Spire’ für sonnige Lagen. Foto: Kordes Jungpflanzen
Perovskia atriplicifolia ‘Blue Spire’ für sonnige Lagen. Foto: Kordes Jungpflanzen
Für Gefäße: Deutzia ‘Yuki Cherryblossom’. Foto: Spring Meadow Nursery
Für Gefäße: Deutzia ‘Yuki Cherryblossom’. Foto: Spring Meadow Nursery
Pinus mugo ‘Varella’ erträgt Trockenheit.
Pinus mugo ‘Varella’ erträgt Trockenheit.

Zahlreiche andere Gehölze sind nach Beobachtungen von Klaus Körber, Leiter des Sachgebietes Obstbau und Baumschule an der Bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim gut als Bienenweide geeignet. Angefangen bei A wie Acer über Buddleja, Cornus, Physocarpus, offenblütige Hydrangea paniculata oder Clethra alnifolia bis hin zu Wisteria sinensis bieten Gehölze den Bienen von Februar bis Ende September Nahrung. Aber auch Nadelbäume spielen in der Ökologie eine wichtige Rolle. Sie bieten vielen Insekten Schutz und sind Lebensraum für viele Arten, die nur im Zusammenleben mit Nadelbäumen überleben können.

Zudem sind sie gerade in den Wintermonaten ein wichtiger Sauerstofflieferant. Zum Beispiel das lebende Insektenhaus von Pinus strobus ‘Niagara Falls’: Die herabhängenden Zweige der Zwergseidenkiefer bieten nicht nur Insekten Schutz, sondern schützen auch vor Wildkräuter- Wuchs. Bei den Koniferen gibt es zahlreiche Zwergformen, die sich gut für Gefäße eignen wie das kugelige Zwerggehölz Chamaecyparis pisifera ‘Blue Moon’ oder Chamaecyparis lawsoniana ‘Wissel’s Saguaro’ oder Pinus mugo ‘Varella’, eine kompakte Kiefer mit kugelförmigem Wuchs.

Gehölze für Wetterextreme und Durststrecken

Ein weiterer Vorteil ist nach dem Hitzesommer 2018, dass Koniferen Trockenheit in der Regel gut vertragen. Denn angesichts des Klimawandels ist davon auszugehen, dass Wetterextreme künftig fest einzuplanen und die Sortimente dahingehend anzupassen sind, und zwar sowohl auf Produktions- als auch auf Handelsebene. Es gibt zwar noch keine gesicherten Studien, aber erste Erkenntnisse und verschiedene Sortenvergleiche. So überstehen Gehölze wie Caryopteris, Perovskia, Cytisus, Vitex oder Albiza auch mal eine Durststrecke. Bei Bäumen haben sich Hainbuche und Linde im vergangenen Sommer bewährt.

Um direkte Vergleiche zu ermöglichen, wurde am Stammsitz der Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg ein Klimabaumhain mit insgesamt 61 Baumarten aufgepflanzt, die sich für Klimawandel und Städte eignen und erstmals in ihrem charakteristischen Habitus direkt verglichen werden können.

Gehölze für den City Garten

Robust gegenüber Wetterextremen und dabei im „Garten- und Genuss“-Trend liegen Wildobstgehölze. Diese Pflanzen benötigen kaum Pflege, sind bienenfreundlich, haben einen ganzjährigen Zierwert und Früchte mit einem hohen Gehalt wertvoller Inhaltsstoffe, die sich kulinarisch verwenden lassen.

Zudem gibt es auch hier schon kleinere Formen, die gut im urbanen Umfeld funktionieren, wie zum Beispiel Amelanchier ‘Greatberry Garden’, Aronia melanocarpa ‘Hugin’, Cornus mas ‘Jolico’, Lonicera kamtschatica ‘Myberry Sweet’ oder die mit Sambucus nigra ‘Black Tower’ für Terrassen geeignete Säulenform des Holunders. Sorten wie ‘Black Tower’, aber auch Kulturformen von Fruchtsträuchern wie ‘LuckyBerry’ von Heinje oder ‘Brazel Berry’ von zu Jeddeloh eignen sich auch für das Trendthema Naschterrasse, das übrigens gut mit Gesundheit und Wellness harmoniert.

Cornus mas ‘Jolico’: Kornelkirschen für leckere Marmeladen und Säfte. Foto: Dr. Helmut Pirc
Cornus mas ‘Jolico’: Kornelkirschen für leckere Marmeladen und Säfte. Foto: Dr. Helmut Pirc
Die erste buntlaubige Blasenspiere ‘Amber Jubilee’. Foto: Bailey Nursery
Die erste buntlaubige Blasenspiere ‘Amber Jubilee’. Foto: Bailey Nursery
Rotlaubiger Säulen-Holunder ‘Black Tower’ mit verzehrbaren Früchten. Foto: Plantipp
Rotlaubiger Säulen-Holunder ‘Black Tower’ mit verzehrbaren Früchten. Foto: Plantipp
BerryBux im Balkonkasten. Foto: zu Jeddeloh
BerryBux im Balkonkasten. Foto: zu Jeddeloh
Mit Mehrwert: Neue Konzepte für den POS Image 1

BerryBux der Marke BrazelBerry im 6er Pack für einen Meter Fruchthecke. Foto: zu Jeddeloh

Eine Innovation im BrazelBerry Sortiment von zu Jeddeloh ist BerryBux im Sechser-Pack für einen „Laufmeter“ Fruchthecke, ab Frühjahr 2019 im Handel. Die Pflanzen wachsen auch im Balkonkasten. BerryBux ist eine Alternative zur Bux-Hecke mit Mehrwert: Die kompakte Vaccinium angustifolium sieht Buxus zum Verwechseln ähnlich und ermöglicht es dabei zugleich, zahlreiche Früchte zu ernten.

Der Kunde honoriert gute und hochwertige Konzepte

Lange Zeit haben die Vorteile von Pflanzen aus guter, fachlicher Zucht, Vermehrung und Produktion nur wenig interessiert. Doch inzwischen ist zu spüren, dass die Einkäufer minderwertige, günstige Ware nicht mehr kaufen, da die kurzfristigen Vorteile langfristig zum Nachteil werden, denn der Endverbraucher erkennt gute Qualität.

Darüber hinaus halten die Produzenten gute Konzepte in allen Varianten für aktuelle Trendthemen und alle Kundengruppen bereit. Der Ball liegt jetzt beim Handel, wenn es um die entsprechende Umsetzung geht. Denn es ist sicher, dass eine Vielzahl von Trends und Innovationen mit der richtigen Umsetzung ihren Platz im Sortiment finden werden. Abhängig von der Ziel- und Kundengruppe funktioniert nicht jedes Produkt überall gleichgut.

Hier gilt es, einfach mal auf die Expertise und das Know-how der Produzenten zu vertrauen, entsprechende Themenwelten zu inszenieren, den Kunden aber auch mit den passenden Services abzuholen. Denn der Handel muss für den Kunden auch Problemlöser sein, wie Ikea entsprechende Konfigurationsmöglichkeiten sowohl on- als auch offline bereitstellt.


Fazit


Denn die Expertise in Sachen „Grün“ ist bei Amazon - noch nicht - zu finden. So ist es für den Handel unumgänglich, sich im Netz sichtbar zu machen. Und es ist unumgänglich zu erkennen, dass es auf den Menschen ankommt, der auf der Fläche ein Botschafter für „Grün“ und entscheidender Faktor ist, dass der Kunde mehr will als Hecke, Rasen und Mähroboter. Nicht umsonst heißt es „Grün ist Leben – Baumschulen schaffen Leben.“


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